Andacht 9.2.2017

Jes 47,7.

„Du dachtest: Ich bin eine Königin ewiglich.“

Der Prophet brandmarkt den Hochmut der Babylonier. Ihre Herrschaft hielten sie für ewig. Kein Unheil, glaubten sie, könne sie vernichten. So berauscht das Glück die Kinder dieser Welt; alles verachten sie alsdann. Diese Vertrauensseligkeit verlacht aber Jesaja und zeigt, dass sie bei Gott ganz und gar verhasst seien. – Dass die Chaldäer „dachten“, zeigt, dass sie ihren Hochmut noch nicht offen zum Ausdruck brachten. Aber sie sind von ihrer Hoheit überzeugt, wenn sie es auch noch verborgen halten. Es ist aber ein ungeheuerlicher Wahnwitz, wenn Menschen, uneingedenk ihrer eigenen Hinfälligkeit, sich über die Allgemeinheit erheben. Auf diese Weise vergessen sie, dass sie eben auch nur Menschen sind.

Die Gläubigen sind freilich sorglos, weil die Hand Gottes sie schützt, und weil sie darum auch bereit sind, jedem Missgeschick furchtlos zu begegnen. Doch vergiss nicht, dass sie vielen Unbequemlichkeiten ausgesetzt sind; denn nichts in der Welt ist beständig

Calvin