Gebet 13.2.2017

Gott der Götter, ich weiß, daß Du offenbar werden, ich weiß, daß Du nicht immer schweigen wirst: wann vor Deinem Antlitz Feuer entbrennen und um Dich her ein großes Ungewitter sich erheben wird, wann Du aufrufen wirst Himmel und Erde, um Dein Volk zu richten. Und siehe, vor so vielen tausend Völkern werden alle meine Missethaten aufgedeckt, vor so vielen Schaaren von Engeln meine ganzen Sünden bekannt werden, die ich nicht allein in Werken, sondern auch in Gedanken und Worten begangen habe! Wer soll da anders Fürsprache für mich thun, als der, welcher zu Deiner Rechten sitzt und mich vertritt? Er ist mein Beistand vor Dir, Gott Vater. Siehe, Er ist der Hohepriester, der nicht mit fremdem Blute versöhnt zu werden braucht, weil er prangt mit eigenem Blute bespritzt. Siehe, Er ist das heilige, wohlgefällige und vollkommene Opfer, das zu einem süßen Geruche dargebracht und angenommen worden ist. Er ist das fleckenlose Lamm, das vor seinen Scheerern verstummte; das mit Schlägen gemißhandelt, mit Speichel besudelt, mit Schmähungen überhäuft, seinen Mund nicht aufthat.

Anselm von Canterbury