Andacht 16.2.2017

Gemeinschaft mit Gott

Wir können auf zwei Arten inspiriert sein: „Trunken vom Wein“ oder „erfüllt mit dem Heiligen Geist“ (Eph. 5, 18). Wir sollen nicht lau und unbestimmbar sein, d. h. weder in der einen noch in der anderen Weise berauscht; denn es kann ein Mensch nicht nur trunken und untüchtig sein, sondern auch nüchtern und untüchtig. Beobachte die menschliche Natur: wir sind so beschaffen, daß wir uns, wenn wir nicht in richtiger Weise angeregt werden, in der falschen Weise anregen lassen. Wenn wir nicht die Anregung der Gemeinschaft mit Gott haben, dann werden wir versuchen, uns vom Teufel anregen zu lassen oder von etwas, das unsere menschliche Findigkeit ausgeheckt hat. ,Laß dich nicht vom Wein inspirieren; das ist eine Fälschung der wahren Inspiration; sondern sei vom Geist erfüllt!‘, sagt Paulus. Er meint damit die Begeisterung, das Berauschtsein vom Leben aus Gott. Er sagt es in der Befehlsform: „Werdet mit dem Geist erfüllt“! Als der Herr zu der Frau aus Samaria sprach, sagte er: „Das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“ (Joh. 4, 14). Es findet also keine Nachfüllung statt; der Herr gebraucht nicht das Bild eines Kanals, sondern das Bild eines Brunnens, das Bild des immerwährenden Einfließens und Überströmens der Eingebung aus Gott.

Wir müssen vor allem über unsere Gesinnung wachen. Eine tadelnswerte Gesinnung einem anderen Menschen gegenüber wird immer im Geiste des Teufels enden. Wir können nicht vor Gott treten, wenn wir eine schlechte Gesinnung in uns tragen; es wird sich ein Schleier zwischen ihm und uns herablassen, und wir werden ihn nicht sehen. Gott wird uns Menschen schicken, die sich so gegen uns benehmen, wie wir uns gegen ihn benommen haben, und wenn wir nicht merken wollen, was er damit bewirken will, dann reiten wir auf einem moralischen Steckenpferd: ,Ich will mich nicht so behandeln lassen!‘ Es ist keine weitere Eingebung durch den Geist Gottes möglich, bis diese Gesinnung verschwunden ist. „So hütet euch in eurem Geiste, daß ihr nicht treulos handelt!“ (Mal. 2,16). Der Herr legt seinen Finger immer unfehlbar auf das, was falsch ist. „Versöhne dich zuerst. ..“ (Matth. 5,24). Und das weitere, worüber wir zu wachen haben, ist unsere private Beziehung zu Gott. Haben wir uns vorgenommen zu beweisen, daß Gott tun muß, was wir ihm sagen? Wenn es so ist, dann ist unser Gebet rasender Fanatismus.

Oder ist es uns einzig darum zu tun, zu einem richtigen Verständnis Gottes zu kommen? – Was der wahre Sinn des Gebetes ist. Die größte Schranke im Gebet entsteht dadurch, daß wir uns selbst so überaus ernst nehmen und zu dem Schluß kommen, Gott sei zurückhaltend gegen uns. Er ist nicht zurückhaltend. Gott muß die Dinge, die wir so ernst nehmen, so lange ignorieren, bis unsere Beziehung zu ihm die eines Kindes ist. Wenn wir über unsere Gesinnung gegen andere Menschen und gegen Gott wachen, dann wird die Eingebung aus Gott immer in uns und von uns fließen; es wird ständig eine frische Salbung durch den Heiligen Geist stattfinden. Stelle dir Jesus erschöpft vor in seinem Leben mit Gott. Er war nie erschöpft und ausgepumpt. Wenn wir geistlich erschöpft sind, ist immer ein Grund dafür vorhanden, der entweder in unserer Gesinnung gegen Gott oder in unserer Gesinnung gegen einen Mitmenschen zu suchen ist. Es steht nirgends geschrieben, daß wir geistlich halbtot und ein Hemmschuh für Gottes Plan sein müssen. Wir sollten von einer strahlenden Intensität des Lebens erfüllt sein und ohne Rückfall immer auf der höchsten Höhe bleiben. „Ich bin gekommen, auf daß sie Leben haben und es in Überfluß haben“ (Joh. 10, 11).

Sei erfüllt von dem Leben, das zu bringen Jesus gekommen ist!

Chambers