Andacht 17.2.2017

„Wir aber hofften. .., und über das alles ist heute der dritte Tag.“
(Luk. 24, 21).

Alle Tatsachen, die die Jünger feststellten, waren richtig; aber die Folgerungen, die sie aus diesen Tatsamen zogen, waren falsch. Alles, was geistlich nach Niedergeschlagenheit schmeckt, ist falsch. Wenn ich von Niedergeschlagenheit und Bedrückung befallen werde, bin ich selbst zu tadeln – nicht Gott oder jemand anders. Die Niedergeschlagenheit kann aus zwei Quellen stammen: entweder ich habe eine Begierde befriedigt oder ich habe sie nicht befriedigt. Begierde bedeutet; „Ich möchte das sofort haben.“ Geistliche Begierde läßt mich eine Antwort von Gott verlangen, anstatt den Gott zu suchen, der die Antwort gibt. Hier hatten die Jünger die Begierde, Jesus ihrer besonderen Vorstellung entsprechend zu sehen. Was habe ich gehofft, daß Gott tun würde? Und heute – in der unmittelbaren Gegenwart – ist der dritte Tag, und er hat es noch nicht getan; folglich habe ich das Recht, niedergeschlagen zu sein und Gott zu tadeln. Immer, wenn wir in erster Linie darauf bestehen, daß Gott unsere Gebete beantworten müsse, sind wir aus dem richtigen Geleise geraten.

Der Sinn des Gebets ist, Gott zu finden, und nicht die Antwort. Es ist unmöglich, sich körperlich wohl zu fühlen und dennoch niedergeschlagen zu sein; Niedergeschlagenheit ist ein Zeichen von Krankheit; und dasselbe trifft auch geistlich zu. Geistliche Niedergeschlagenheit ist unrecht, und wir sind immer dafür zu tadeln.

Wir warten auf Visionen vom Himmel, auf Erdbeben und Donnerschläge durch den Machtspruch Gottes (die Tatsache unserer Niedergeschlagenheit beweist es) und lassen uns nicht träumen, daß Gott immerfort in den gewöhnlichen Dingen und Menschen um uns herum ist. Wenn wir die Pflicht erfüllen, die uns am nächsten liegt, werden wir ihn sehen. Eine der überraschendsten Offenbarungen Gottes wird uns dann zuteil, wenn wir lernen, daß es die alltäglichen Dinge sind, in denen die Göttlichkeit Jesu Christ wahrgenommen wird.

Chambers