Andacht 19.2.2017

1. Könige 17,1: „Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus den Bürgern Gileads, zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe, es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.“ (Jona 3,4 und 5; Matth.9,37 und 38)

Es gibt Menschen, welche die Kunst der Beredtsamkeit in hohem Maße besitzen, und doch macht ihr Wort keinen Eindruck. Wiederum gibt es andere, die keine Spur von glänzender Rednergabe haben, und doch haften ihre Worte wie Spieße und Nägel. Woran liegt dies? Bei Elia können wir das Geheimnis der Vollmacht im Zeugen erfahren. sein Wort drang mit Macht durch, obgleich es nur ganz einfach und ohne jedes rednerische Beiwerk war. Aber eins hatte Elia: er hatte eine unumstößliche, über jeden Zweifel und jede Ungewißheit erhabene Gewißheit von dem, was er verkündigte. Er kommt mit einer Tatsache vor Ahab, die ihm felsenfest steht, an der niemand rütteln kann. Solche Klarheit und Gewißheit ist ihm vom Herrn gegeben, vor dem er steht. Er erscheint nicht als ein kluger, geschickter Redner, sondern er kommt aus dem Heiligtum, als ein Mensch, der von Gott etwas empfangen hat. Das ist das Geheimnis seiner Vollmacht im Zeugnis. Wenn unsere Aufgabe auch von der Elias‘ noch so verschieden ist, so ist doch im tiefsten Grunde das Geheimnis des wirkungsvollen Zeugnisses dasselbe. Wenn wir selbst von unerschütterlichem Glauben an das, was wir reden, durchdrungen sind, wenn wir uns vom Herrn Klarheit und Gewißheit über sein Wort haben schenken lassen, so wird das verkündigte Wort seinen Eindruck bei andern nicht verfehlen. Gott mehre die Zahl der Boten, die etwas von Elias Glaubenskraft und Zeugengeist besitzen.

Christlieb