Gebet 8.3.2017

Allmächtiger, ewiger, barmherziger, gütiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich armer, elender Sünder danke dir von Grund meines Herzens, daß du mich erschaffen, ernährt und erhöhet, auch zur Erkenntniß deines geliebten Sohnes hast kommen lassen und sonst mit viel geistlichen und leiblichen Gaben begnadet, und bitte dich, du wollest mein Gott und Vater um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, willen sein, bei mir und den Meinen solche Güter und Gaben bleiben lassen und erhalten. Du weißt auch, daß du mich in der Kindheit zu deinem Diener durch die Taufe angenommen und mit dem Blute deines lieben Kindes, Jesu Christi, von der Erbsünde gereinigt, auch mit mir einen Bund aufgerichtet, daß du mein Vater und ich dein Kind sein soll, welchen Bund du treuer und wahrhaftiger Gott wirst halten. Aber ich bin von Jugend auf ein armer Sünder gewesen und noch, habe dich oft und vielmals erzürnet, wider deinen göttlichen Willen gethan, dich von Herzen nicht geliebet, deiner Gebote keins gehalten, sondern demselben widerstrebet und alles übel ausgerichtet, das bekenne ich und ist mir leid, und fälle auch das Urtheil selbst über mich, daß du Macht hättest, mich wegen meiner Sünde in den Abgrund der Hölle zu stoßen. Aber ich habe Zuflucht zu deiner Barmherzigkeit und weiß gewiß, daß du nicht Lust hast an der armen Sünder Tod, sondern daß sie bekehret werden und leben. Darum komme ich vor dein Angesicht, o Herr Gott, himmlischer Vater, und erinnere dich, daß du mich zur Erkenntniß deines Evangelii, zu deinem Kinde, Ehestand und Regiment berufen und geordnet hast, darinnen sich allerlei Kreuz und Beschwerung zuträgt, also daß, wo du nicht wirst sein Oberster, Vater und Regent, ich nichts ausrichten werde. Derohalben bitte ich dich, du wollest mich bei solcher Erkenntniß erhalten, meine Sünde mir vergeben, mit deinem heiligen Geiste mich regieren, mir Weisheit und Verstand geben, daß ich dein Wort möge bekennen, handhaben und schützen, in deinem Hause bleiben und nach deinem Willen und Wohlgefallen regieren und leben, meine Ehestand rein und unbefleckt behalten, meine Unterthanen christlich und wohl regieren, treue Räthe und Diener, gehorsame Unterthanen haben und behalten. Du wollest mir auch in dieser gefährlichen Zeit, da du mit Pestilenz, Krieg, Blutvergießen, Feuer und anderen Plagen drohest, meine und der Meinen Sünde heim zu suchen, gnädig sein, die wohlverdienten Strafen abwenden, Ruhe, Friede und Einigkeit in diesen meinen Landen geben, daß ich in Frieden und Einigkeit meine Unterthanen mit Gottes Wort versehen und ungehindert christlich und seliglich regieren, auch für mich dein Wort und Sacrament lieb haben könne; dazu wollest du mir deinen heiligen Engel senden, der mich wider den Teufel und seine Glieder vertheidigen könne, mich auch mit dem heiligen Geiste regieren, daß ich mich in Religionssachen vor allerlei Irrthum bewahre, eine gute Ritterschaft übe, also, daß ich den Glauben und ein gut Gewissen behalte und nichts wider dich noch meinen Nächsten handle. Deiner göttlichen Majestät befehle ich auch mein Gemahl und meine Kinder, die wollest du nach deiner väterlichen Erkenntniß mir und meinen Unterthanen zum Besten erhalten, segnen und regieren, um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen!

August von Sachsen