Gebet 9.3.2017

Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du hörest alle, die zu dir rufen in allen ihren Nöthen, und hast gewiße Erhörung, Hilfe und Rettung zugesagt allen, die auf dich trauen und in dem Namen deines lieben eingebornen Sohnes Jesu Christi dirch anrufen, ich armer Mensch komme zu deiner göttlichen Allmacht und Majestät, auf deine Zusage und auf deinen Befehl, der du willst, wir sollen beten, wie du gesagt hast: Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erhören. Ich bekenne aber, daß meine Sünden groß und gefährlich sind, daß ich meine Augen nicht wohl zu dir gen Himmel aufheben darf, sondern mich blos an deine Gnade halten und mit deinem Knechte David sprechen muß: Herr, gehe nicht in das Gericht mit deinem Knechte; Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden. Gott sei mir gnädig nach deiner großen Barmherzigkeit, und erbarme dich mein um deines Sohnes Jesu Christi willen. Herr, du bist gerecht, wir aber müssen uns schämen. Wir haben gesündiget, ich und alle die Meinen sind gottlos gewesen und haben deinem Worte nicht gehorcht, sondern in großer Sicherheit haben wir uns mannigfaltig an dir versündiget und deinen gerechten Zorn über uns gar wohl verschuldet; dein aber, Herr, unser Gott, ist die Barmherzigkeit und Vergebung. Ach, Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm nach deiner großen Güte. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach, Herr, sei gnädig, ach, Herr, merke auf und thue es, und verziehe nicht um dein selbst willen, mein Gott, um deines Namens willen, um deiner lieben Kirche willen, die du durch das theure Blut deines hochgelobten Sohnes dir erkauft und durch dein Wort berufen hast. Nun, allmächtiger Gott, weil ich mich auf deinen Befehl, auf dein Wort und deine Verheißung verlasse, daß ich zu dir in allen meinen Nöthen beten, und gewiß sein soll, daß du mein Seufzen annimmst und erhören willst, und ich nun Vergebung meiner Sünden habe durch das bittere Leiden deines Sohnes Jesu Christi, so will ich nun anfangen, mein Herz vor dir auszuschütten, und will zu dir, Herr, mein Gott, schreien und deß auch gewiß sein, du werdest mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohns willen gnädigst erhören.

Herr, allmächtiger, ewiger und gütiger Gott, weil du mich aus deinem göttlichen, gnädigen Rath und Willen dazu verordnet, gesetzt und berufen hast, daß ich in diesem Leben soll unter mir Land und Leute haben und ein Ernährer sein deiner christlichen Gemeine und Kirche in diesen Landen, und ein treuer Vorsteher, Vater und Beschützer meiner Unterthanen, dazu ich denn mich viel zu gering erkenne und sehe, wo du nicht selbst oberster Regent bist, daß es alles vergebens und nichts ist, was ich mit allen den Meinen vornehme. So bitte ich deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest mir Weisheit, Verstand, Sinn und Muth gnädiglich geben, daß ich habe ein gehorsames Herz, das dein Volk richten, und verstehen und sehen möge, was gut und böse ist, was dir gefällig und was wider dich ist, auf daß ich durch deine Gnade mit den Meinen und meinen Unterthanen in deiner Furcht und Gehorsam leben, und verstehen und behalten möge reine Lehre, ein züchtiges und frommes Leben, Zucht, Ehrbarkeit, Gerechtigkeit, Friede, Liebe, Treue, Einigkeit und deinen göttlichen Segen an Leib und Seele und allen Gütern.

Herr, Gott, wir erkennen und sehen deinen Zorn, und bekennen unsere Sünde und große Missethat, wissentliche und unwissentliche, darum strafest du uns, und nimmst deinen Segen auf mancherlei Weise von uns, daß unser Land und Leute an deinem vorigen und milden Segen abnehmen, und wir in manche Gefahr gesetzt werden, und müssen uns besorgen, du werdest über uns eine scharfe Ruthe gebunden haben, sonderlich weil der größte Theil sicher, frech und stolz ist, und will auf dich und auf deine Hand kein Acht geben, noch die großen Sünden erkennen. Aber, mein Gott und mein Herr, wir trösten uns gleichwohl deiner Gnade und deiner Zusage und wissen, so wir uns zu dir bekehren, du werdest uns helfen und gnädig sein. Darum rufe ich zu dir und zweifle nicht, du werdest mich erhören. Herr, kehre wieder zu uns, gib mir deinen heiligen Geist, und laß mich dein sein. Laß dem Teufel mit seinen Listen keinen Raum, keine Statt und keine Macht bei mir noch bei den Meinen finden. Regiere mich, daß ich dir zu Gefallen regiere. Gib mir, Herr, gottesfürchtige, fromme Räthe und Amtleute, laß mich nicht verführet werden, gib mir selbst ein Verstand, Herz und Muth, Liebe und Lust zu meinem Amt, das du selbst mir , deinem Knechte, befohlen hast. Herr, laß diese meine Worte und mein Gebet nicht vergebens zu dir geschehen, sondern erhöre mich, deinem Namen zu Ehren und allen den Meinen zu Gut und Nutz, und deiner Kirche zum Besten. Dieweil du auch, allmächtiger Herr Gott, bist ein Gott des Friedens und der Einigkeit, so bitte ich dich demüthiglich, du wollest in diesen Landen Friede und Einigkeit erhalten, daß deine Kirchen und Schulen nicht verwüstet, noch meine Leute, die du mir gegeben hast, in Jammer und Noth gebracht werden.

Wehre und steure allen denen, die zu Unfried, Empörung und Blutvergießen Lust haben, wie auch dein Diener David zu dir gerufen und gesagt hat: Zerstreue alle, die da gerne kriegen; und dieweil unsere Sünden eine Ursach sind alles Krieges, so gib uns, Herr, wahre Erkenntniß unserer Sünden, und regiere mich, daß ich durch deine Gnade und durch den Beistand deines heiligen Geistes, so viel mir möglich ist, abschaffen möge alle Ursachen, die dich zum Zorn und zur Verhängniß über uns reizen und bewegen, daß ich auch verstehen möge, durch welche Sünde du am meisten zu solcher Verhängniß verursacht wirst. Ich begehre, wie du, Herr, weißt, Friede und Einigkeit zu haben und habe nicht Lust zum Blutvergießen, will auch selbst nicht anheben, ob ich gleichwohl könnte und Ursache genug hätte, sondern will mich an deinem Segen begnügen lassen und mich friedsam halten zu deinem friedsamen Worte und zum Frommen meiner Unterthanen, dazu hilf mir, du treuer Gott, und sei mir gnädig. So es aber je Noth sollte sein und ich zu kriegen gezwungen und gedrungen würde und ich mich und die Meinigen durch deine Hilfe der Gewalt und des Unrechts erwehren sollte, Herr Gott, so bitte ich dich, du wollest bei mir stehen, und oberster Heerführer und Hauptmann sein, mich und die Meinen beschützen und erhalten, daß ich auch mit deinem Knechte David sagen und rühmen könne: Gelobet sei der Herr, mein Hort, der meine Hände lehret streiten und meine Fäuste kriegen, meine Güte und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwinget, meine Stärke, mein Fels, mein Gott und Horn meines Heils. In deiner Gewalt steht alle Kraft und aller Sieg, Herr, rathe und hilf mir, in deiner Hand steht aller Triumpf und Sieg. Herr, verleihe mir den Sieg; du, Herr, bist mein Schutz, mein Gott, der Hort meiner Zuversicht, in deinem Namen wollen wir unsere Feinde zerstoßen, in deinem Namen können wir untertreten, die sich wider uns setzen. Denn ich verlasse mich nicht auf mein Schwert und meine Stärke, sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machst zu Schanden, die uns hassen. Du behütest die Stadt, du gibst Stärke, Herz und Muth und gibst den Sieg, wem du willst. Bei dir ist kein Unterschied, zu helfen unter Vielen oder da keine Kraft ist. Hilf, Herr, unser Gott, denn wir verlassen uns auf dich. Verlaß uns nicht, die wir uns auf dich verlassen und sehen zu dir, wenn wir sonst keinen Rath noch Hilfe wissen. Hierauf, allmächtiger, ewiger und gütiger Gott, ergebe ich mich dir und befehle in deine Hände und gnädigen Schutz und Schirm meine Seele und meinen Leib, mein Fleisch und Blut, Gemahl und Kinder, mein Land und meine Leute und alles, was ich bin und habe. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich, todt und lebendig. Erhöre mich, Herr Gott Vater, um deines Sohnes Jesu Christi willen, und leite, regiere und führe mich allezeit durch deinen heiligen Geist. Dir sei Lob, Preis, Ehre und Dank in alle Ewigkeit. Amen!

August von Sachsen