Andacht 26.3.2017

Nach dir, Herr, verlanget mich. Meine Augen sehen stet zu dem Herrn. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? (Ps. 25, 1. 15. u. 42, 3.) Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. (Joh. 7, 37.)

Findest du den Heiland nicht in deiner Seele, fühlst du seine heilige Nähe nicht, so ruhe nicht, bis du ihn wieder findest. Suche nicht anderswo, außer ihm, Trost. Schande wäre es, wenn du den so leicht entbehren könntest, ohne den du nicht selig sein kannst; und Verbrechen wäre es, ihn missen und sich nach einem Andern umsehen. Werde daher nicht müde, ihn, wenn er sich dir zuweilen verbirgt, mit Treue, wie die Heiligen des A. B. , zu suchen. Er entzieht sich dir nicht, er hat sich nur verborgen, um deine Sehnsucht, dein Verlangen nach ihm zu vermehren. Wirst du müde, läßt du nach, ihn zu suchen, nach ihm dich zu sehnen, so beleidigst du ihn so, daß er sich noch weiter von dir entfernt, und du seine freundliche Gegenwart noch länger entbehren mußt. Wo ist dein Verlangen, wo die Sehnsucht nach ihm? Sieht dein inneres Auge stets nach ihm? Dürstet deine Seele immer nach ihm, nach dem lebendigen Gott? Bist du nicht mit einem bloßen Gedanken, oder einem kalten Begriffe von Gott und Christus zufrieden? Suchst du das Leben, die Kraft Gottes und Christi in deinem Herzen zu spüren? Trachtest du, dahin zu kommen, in die Stille und Ruhe des Gemüthes, in das Allerheiligste deiner Seele, um Gottes Angesicht zu schauen, so weit man es hier schauen kann? Dürste, sehne dich, verlange nach ihm wie David, wie Assaph, und du wirst den lebendigen Gott erfahren wie sie – und mehr noch.

*Gossner*