Andacht 8.4.2017

Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, Weinen und Klagen. (Joel 2, 12) So ihr euch von ganzem Herzen bekehret zu dem Herrn, so thut von euch die fremden Götter. (1 Sam. 7, 3.) Bekehre du mich, so werde ich bekehret, denn du, Herr, bist mein Gott. (Jerem. 31, 18.)

Es giebt viele sogenannte Erweckte, aber wenig Bekehrte von ganzem Herzen. Du hast einmal die Weckstimme gehört, und bist aufgeschreckt worden aus dem Schlafe, hast gebetet, geseufzet, geweint, bist gerührt, getröstet worden und eine Zeitlang sehr fromm gewesen; aber dann hast du wieder nachgelassen mit dem innern Eifer und Anhangen an den Herrn. Zur Beruhigung aber treibst du das Aeußere, Beten, Lesen, Singen, Predigt hören, fort, dein Herz hängt aber wieder an der Welt, am Geld oder an der Ehre; ist noch dem Zorn, oder Neid, oder andern Neigungen und Leidenschaften ergeben. Der kindliche Umgang mit dem Heiland ist dir fremde oder lästig. Du hast die alten Götzen behalten, oder wieder hervorgesucht, und ihnen nur einen andern Anstrich gegeben, oder ein anderes Mäntelchen umgehängt. Du bist nicht bekehrt. Eile und errette dich, flehe: Bekehre du mich, Herr, so werde ich bekehret. Daran sollst du dann erkennen, ob du wahrhaft bekehrt bist oder nicht, wenn der lebendige Gott oder Christus in deinem Herzen, wenn sein Sinn und Wesen dir eingeprägt ist und aus dir hervorleuchtet; wenn die Götzen der Eigenliebe, Ehrsucht, Eitelkeit, der Habsucht rc. gestürzet, und Glaube, Friede, Demuth, Freundlichkeit, Treue, Geduld rc. als Früchte wahrer Bekehrung an ihre Stelle getreten sind.

*Gossner*