Andacht 9.4.2017

Ja, wer kann selig werden? (Matth. 19,25) Wer bis ans Ende beharret, der wird selig. (Matth. 10, 22)

Es wollen Viele selig werden, aber das wollen sie nicht, was zum Seligwerden und Seligbleiben erfordert wird – beharren in der Gottseligkeit, wandeln in der geschenkten Gnade bis ans Ende. Sie möchten selig in Christo und doch zugleich lustig, oder reich, oder angebetet in der Welt sein. Darum glauben sie an Christum, und lieben dabei die Welt, um von beiden etwas Lust und Seligkeit zu genießen. Sie werden aber beides verlieren und ewig unselig sein. Die Beharrlichkeit ist eine Gnade, die man sich alle Tage auf den Knieen von seinem Heilande ausbitten muß; denn der uns zur Seligkeit berufen hat, kann uns auch allein darin erhalten und fördern. Die Sicherheit, das falsche Wissen der Gnadenlehre, ohne mit dem Herzen in das Element und Wesen der Gnade recht hinein zu gehen oder darin zu bleiben, betrügt Viele, daß sie nicht lebendig bleiben in dem, der sie berufen und erwecket hat; sie schlafen wieder ein, und träumen, daß sie noch leben, da sie doch immer auf dem alten Flecke des bloßen Wissens und Schwatzens liegen bleiben, ohne in der ersten Liebe zu beharren. Wachet! wachet auf, und bittes Eines Bittens um das heilige Feuer der Liebe, das ewig brennt und nimmermehr verlöscht.

*Gossner*