Andacht 20.4.2017

Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.
1.Pet. 4,10

Die Gaben des Herrn sind sehr verschieden, nicht nur der Art, sondern auch dem Maße nach. Aber diese verschiedenen Gaben werden nach dem Willen und der Ordnung Gottes durch eine tief begründete feste Einheit zusammengehalten: durch die ihres Ursprungs und die Einheit ihrer Bestimmung. Denn alle gute und vollkommene Gabe kommt von oben, vom Vater des Lichts, der in Mannigfaltigkeit seiner Segnungen nur einige Strahlen aus der Fülle seiner Herrlichkeit und Größe uns offenbart; und für alle gibt es nur ein Ziel: sie sollen von jedem zum eigenen und zu des Nächsten Heil treulich benutzt werden. Das gleiche wunderbare Gesetz, nach dem in dem weiten Gebiet der Schöpfung immer ein Teil vom andern abhängt und ihm dient, gilt in verstärktem Nachdruck auch in der geistlichen Schöpfung, dem Leibe Christi oder der Gemeinde der Gläubigen hienieden. Es ist ein trauriges Zeichen der Erstarrung des geistlichen Lebens, wenn die selige Pflicht gegenseitiger Hilfeleistung mit der vom Herrn empfangenene Gabe in der Gemeinde Christi versäumt wird.

Mancher versteckt sich gern hinter einer falschen Bescheidenheit, um sich solchem Dienst am Nächsten zu entziehen – aber im Grunde ist es Selbstsucht. Jeder hat irgend eine Gabe empfangen, die er nicht nur zu seinem eigenen Heil anwenden, mit der er auch andern dienen soll. Weil die Gabe nicht unser Eigentum ist, sondern ein anvertrautes Pfund, sind wir dafür Rechenschaft schuldig. Es kommt dabei nicht auf die Größe der Gabe an, sondern auf unsere Treue in ihrer Verwendung. Wir müssen wirken, solange es Tag ist; denn alles deutet darauf hin, daß die Nacht nicht mehr fern ist, wo niemand wirken kann.


Wer gibt sein Pfund auf Wucher hin
und nützet seinen Tag,
daß er mit himmlischem Gewinn
vor Jesum treten mag?

 Weckt ihr einander aus der Ruh,
daß niemand sicher sei?
Ruft ihr einander fleißig zu:
Seid wacker, fromm und treu!?

*Grafe*