Andacht 26.4.2017

 Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich.
Off. 3,19

Wieviel Trost und Erbarmen liegt doch in diesem Worte! Wir sehen daran, daß die Züchtigung nicht ein Beweis seines Zornes, sondern vielmehr seiner väterlichen Liebe ist. Ist unser Weg steil und mühsam, so brauchen wir nicht zu fürchten, wir seien auf falschem Wege; denn eben der schmale Pfad zum Himmel geht durch viele Trübsale (Apg. 14,22). Die Demut kann alle Bitterkeit aus dem Leidensbecher nehmen, und der Glaube kann ihn mit göttlichem Troste versüßen. Mancher Heilige hat sich schon seiner Trübsal rühmen können, weil er erfahren hatte, daß „die Trübsal Geduld wirket, die Geduld aber wirket Erfahrung, die Erfahrung aber wirket Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist.“

Ist unser Herz im Glauben an Jesus Christus gewurzelt, so ist der Stachel der Trübsal, wie der des Todes, abgestumpft und kraftlos. Wissen wir, daß Gott für uns ist, so werden wir uns niemals trost- und hilflos fühlen. Wer seinen Teil im Himmel hat, kann die Leiden der Erde wohl tragen. Sind wir Kinder Gottes, so müssen alle Dinge zu unserem Besten dienen. „Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, wirket eine ewige und über alles Maß wichtige Herrlichkeit, indem wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.“

Wohl dem, der sagen kann: „Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen, ich wäre vergangen in meinem Elend.“ Wohl dem Manne, welcher die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen.“

Soll’s uns hart ergehn,
laß uns feste stehn
und auch in den schwersten Tagen
niemals über Lasten klagen;
denn durch Trübsal hier
geht der Weg zu dir!

*Grafe*