Andacht 28.4.207

Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzet, daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten sollt.
Kol. 4,6

Die Quelle der guten Worte ist das gute Herz. Damit wir gute Worte reden können, muß erst das Herz gut werden. Aus dem bösen Herzen kommen böse Worte hervor oder gute Worte voll Heuchelei, die gegen den Sprecher zeugen und dem Hörenden weit mehr schaden als nützen. Aber aus dem Herzen, das durch die Gnade Gottes erneuert ist, wachsen auch gute und nützliche Worte, wie Früchte aus einem guten Acker – oder es strömen Worte des Lebens, wie erquickendes Wasser aus einer lebendigen Quelle strömt.

Wenn wir das Wort Christi reichlich unter und in uns wohnen lassen, dann werden wir auch tüchtig, gesunde Worte zu reden zur Erbauung. Wenn wir selbst fleißig umgehen mit Gottes heiligen Worte, dem Salz der Wahrheit, das reinigt und vor Fäulnis bewahrt, dann wird auch unsere Rede je mehr mit Salz gewürzt werden, daß wir wissen, wie wir einem jeglichen antworten sollen. Durch das Wort Gottes lernen wir allmählich die Personen und Zeiten und Orte unterscheiden, und nicht nur überhaupt sagen, was wahr ist und nichts gegen die Wahrheit, sondern auch was paßt und frommt und was gerade denen, mit denen wir’s zu tun haben, nützlich ist. Wir lernen anders reden mit den Gegnern der göttlichen Wahrheit, anders mit Wahrheitssuchenden und Heilsbegierigen, anders mit Ruchlosen, anders mit Unlauteren, anders mit aufrichtigen Zweiflern und anders mit Spöttern. Wir lernen Verantwortung geben jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in uns ist, mit Sanftmut und Furcht; lernen zurechtzuweisen die Unordentlichen, trösten die Kleinmütigen, lernen mit den Müden recht reden zur rechten Zeit (Jes. 50,4).

Kehre, Jesu, bei uns ein,
Komm in unsre Mitte!
Wollest unser Lehrer sein,
Hör‘ der Sehnsucht Bitte!
Deines Wortes stille Kraft,
Sie, die neue Menschen schafft,
Bilde Herz und Sitte!
*Grafe*