Andacht 12.5.2017

Siehe, es kommen Tage, da Ich einen Hunger senden werde, das Wort Gottes zu hören.
Amos 8,11

Wenn wir unseren Beruf, unsere Geschäfte und Arbeiten so eingerichtet haben, dass für Gott und zur Pflege unseres inwendigen Menschen kein Fiat} mehr ist, so ist es ja ganz selbstverständlich, dass sich der Herr von uns und unserer Arbeit zurückzieht und darum unsere Seele in Elend und Jammer versinkt. Da mögen wir uns denn selber helfen und uns selbst auf den Notschrei der Seele immer wieder einreden, wir hätten zum Lesen der Bibel und zum Gebete eben nur wenig Zeit. Gott wisse das ja schon, Er habe uns in diesen Beruf gestellt und unsere Lage so geschaffen; man müsse sich jetzt drein schicken, es komme vielleicht schon noch besser. Was soll dir diese Selbsttröstung nützen? Wird deiner verkümmerten Seele etwa dadurch geholfen? Eine Selbsttäuschung nur sind diese Ausflüchte! Du kannst dich vor Gott nicht entschuldigen. Er will und muss Platz und Zeit bei dir haben, – und wenn du es Ihm versagst, entehrst du Ihn und schädigest dich selber. Lies Josua l nachdenklich durch. Klagst du über Mangel an Licht und Trost? Ist es dir, Gott habe Sein Angesicht vor dir verborgen? So überlege es nun und prüfe dich, ob du diese traurige Lage nicht selber geschaffen hast. Du hast es ja Gott unmöglich gemacht, mit dir zu verkehren, wenn du dich nicht in die Bibel vertiefst und sie nicht zu deines Fußes Leuchte und zum Licht auf deinem Weg gebraucht hattest. Es kostet eben Selbstverleugnung und Glauben, sich so täglich an der Quelle zu nähren, – an Segnungen von oben aber mangelt dir’s dann nicht mehr.