Andacht 14.5.2017

Ich will sie läutern, wie man Silber läutert.
Sach. 13,9

Ein Gefühl des Verlassenseins von Gott kann bei aller Gebetstreue entstehen. Warum? Damit Er erfahre, ob wir Ihn lieber haben als unser Liebstes auf Erden. Er stellt den Seinen deshalb oft heiße Proben. Da gilt es treu auszuharren und ja nicht zu murren, sondern in solchen Lagen den Herrn besonders zu verherrlichen. Nur um so inniger zieht Er uns dann an sich. Nach treu bestandener Probe schüttet Jesus das ganze Füllhorn Seiner Liebe in des Geprüften Herz. Wie köstlich tröstete Gott den Abraham, nachdem er seinen lieben Isaak so völlig dem Herrn gegeben hatte! Wir müssen lernen, unseren Willen in den Willen Gottes zu legen. Er führt durchs Feuer, dass Er schmelze, läutere und bewähre. Solche Prüfungen können den Kindern des Höchsten nicht erspart werden. Bis sie an den Gestaden der Heimat landen, warten ihrer stets neue Schulen. Zwischen-hinein lässt es der himmlische Meister an reicher und seliger Erquickung nicht fehlen. Auch ordnet Er den Weg der Getreuen stets so, dass leichtere Proben und Aufgaben mit heißen Anfechtungen und schweren Proben abwechseln. Seine Liebeshand gibt sich immer wieder zu erkennen, und nie legt Er mehr auf, als wir wirklich durch Ihn in unserer jetzigen Stellung zu bewältigen imstande sind. Ach, dass wir Ihm nur immer stillhalten, damit Er Seinen Liebeszweck erreichen kann! Es schadet einem Gotteskinde, wenn es sich je der Hoffnung hingibt, jetzt das letzte oder das meiste überstanden und gelernt zu haben. Je treuer und eifriger Christen in des Herrn Nachfolge sind, desto tiefer und höher führt Er sie. Lernen und gehorsam sein ist Gewinn.