Andacht 2.6.2017

Dienet einander/ ein jeglicher mit der gabe/ die er empfangen hat/ als die guten Haußhalter der mancherley Gnade GOttes.

Lutherus Tim. I. Witteb. in der 2. Vorrede.

Ich schäme mich, daß über die (Ep. ad. Galat.) Heil. Schrifft meine Auslegung in Druck geben soll, weil sie gar weit zu gering, und viel zu wenig darüber ist. Denn ich weder diese hohe Sachen, davon gehandelt wird, gnugsam ausstreichen, noch den grossen mächtigen Ernst und Eifer so völlig darthun, und an den Tag vor augen stellen kan. Doch lasse ich meine Gedancken darum ausgehen, dass ich meinen lieben Christen damit diene, zweiffele auch nicht, sie werden mir für meinen gehabten und hertzlich wohlgemeinten Fleiß im HErrn gern dancken, wo ich ihnen zu ihrem Nutz gedienet habe, oder werden mir zu gut halten, ob ich mich etwas zu viel unterstanden, es nicht so wohl getroffen, und so gar gut machen können, als ich wohl gern gethan hätte, und sie vielleicht begehren möchten. Den Gottlosen aber solt mir hertzlich leid seyn, daß ihnen etwas hierinne zu gefallen gemacht wäre, sondern wolte nur das gern, daß1) sie mit ihrem Gott, dem Teuffel, aufs allerhefftigste erbittert würden.

 

1) Gottlose werden hier in Gesellschafft mit ihrem Gott/ dem Teuffel/ gesetzet/ und sollen sich nur alsdenn erbittern/ wenn sie seines theils bleiben wollen. Sonst will Lutherus aller Menschen Besserung/ nicht aber Erbitterung.