Andacht 4.6.2017

Habe deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. (Ps. 37, 4).

Fehlt es mir wohl an echter Gottesliebe, daß mein Gebet so unkräftig zu sein scheint, und so fruchtlos alle Wünsche meines Herzens? Ist der Herr meine Lust und meine Freude‘ Jedes Wort aus dem Munde des Herrn, und jede Führung seiner Hand mir Lust und Freude? Es muß an mir, an ihm kann es nicht fehlen. Seine Lust, mir zu helfen, muß gleich sein meiner Lust, an ihm und an allem, was seinen Namen trägt. Erwache in mir, lebendige Freude an Gott und Gottes Offenbarung! Lust an dem Herrn, möchtest du jede andere Lust verschlingen! Freude an Gott, möchtest du meine höchste Freude sein! Wie viel ruhiger würde ich leiden, wie viel bescheidener würde ich wünschen, wie viel fröhlicher unter meinen Lasten emporschauen! Habe deine Lust am Herrn, so wird er dir geben, was dein Herz wünscht. Wie du liebst, wirst du geliebt sein! Wie du dich Gottes freuest, wird Gott dir Freude machen! Freust du dich seiner mehr, als alles andern, als aller, selbst auch der besten und liebsten Menschen, so ehrt und segnet er dich vor allen andern! Lag ihn deine Lust sein, wenn du wachst, und dein frohes Augenmerk, wenn du nicht schlafen kannst, und deine Hoffnung, wenn du leidest, und keine Freude wird unter den Wünschen deines Herzens sein, die er dir nicht zuführen wird. Er kennt die geheimsten Wünsche und Bedürfnisse deines Herzens. Ein gutes, frommes Herz hat keine schlimmen Wünsche – und gerade die, die dir die wichtigsten sind, erfüllt er am liebsten, sofern das, was ihm am wichtigsten ist, dir auch das Liebste ist. Wie deine Aufmerksamkeit, dein Sinn für ihn, so seine Aufmerksamkeit für dich. Wie deine Lust an ihm, seinen Werken, insofern sie seine Werke sind, seinen Worten, insofern sie seine Worte sind, seinen Führungen, als wirklich feinen Führungen, so die Sichtbarkeit und Spürbarkeit seines Segens, seiner Unterstützung; so das Maß und die Zahl seiner Gaben, so die Entsprechung dieser Gaben zu deinen Wünschen und Bedürfnissen. Je kindlicher du zu ihm sagst: Was willst du, daß ich tun und leiden soll?, desto väterlicher wird er zu dir sagen: Bitte, bitte was ich dir geben soll! Nimm und empfange: Je herzlicher du sagen kannst: es ist meine Freude, ~~ ich mich zu dir halte, desto mehr wirst du das Wort von ihm vernehmen: „Alles, was mein ist, ist dein.“