Andacht 5.6.2017

Wol den Menschen / die Dich fur ire Stercke halten / Und von hertzen dir nachwandeln.
Die durch das Jamertal gehen / und machen daselbs Brunnen / Und die Lerer werden mit viel Segen geschmückt.
Sie erhalten einen Sieg nach dem andern / Das man sehen mus / der rechte Gott sey zu Zion.

DIs sind schöne tröstliche wort / darin uns angezeigt wird / was rechte Lerer der Kirchen fur Leute sein sollen / was inen fur unglück begegnen wird / und widerumb was sie fur glück und Sieg haben werden.

Erstlich / wenn sie das wort rein und lauter predigen / und on allen zusatz / und der Teufel inen drumb zusetzt / sie verfolget / und tod haben wil / Sollen sie nicht auff Menschen hülffe oder gewalt / sondern allein auff Gott sich verlassen / in anruffen / und denn seines trosts und hülffe gewislich gewarten / Sich und ir Ampt Gott befehlen / und bitten / das er das gedeien wolle dazu geben.

Darumb bildet er die Welt mit hesslicher trauriger gestalt / sagt / sie sey nichts anders / denn ein Jamertal / vol trübsals und elends / dadurch die Gottseligen Lerer wallen / und da viel unglück leiden und ausstehen müssen.

Weiter zeigt er an / was ir Ampt sein sol / nemlich / das sie in diesem Jamertal sollen Brunnen machen / doch (wie der lxviii Psalm lautet) welche Gott erstlich durch die Propheten / darnach durch die Apostel seinem Volck gegraben und gemacht hat. Aus denen sollen sie Bechlin der Göttlichen Schrifft leiten / und imer weiter ausbreiten / und allein daraus schepffen / und das Jamertal damit begiessen / und die sie auffnemen und ir Wort hören / damit trencken / trösten und erquicken.

Weil sie aber viel jamers und elends erdulden und ausstehen müssen / setzt der Prophet ein seer tröstliche Verheissung hin zu / und spricht / Die Lerer sollen mit viel Segen geschmückt werden. Das gehet also zu / das sie selbs erstlich aus diesen edlen und lustigen Brunnen des wassers / das in das ewige Leben quillet / ein frisschen Labtrunck mögen schepffen / so offt sie wöllen / und sich damit in der hitze der anfechtungen erquicken. Darnach auch andere so durstig / das ist / von hertzen betrübt und engstig sind / trencken / laben und lebendig machen. Und wenn sie aus diesem Jamertal faren in ir recht Vaterland / werden sie leuchten wie des Himels glantz / und wie die Sterne imer und ewiglich.

Weil aber / wie droben gemelt / der Teufel und die Welt / sein Hofegesind / wider solche Brunnenmacher scheuslich und grewlich wütet und tobet / tröstet sie der heilig Geist / und hengt abermal eine herrliche Verheissung dran / und spricht / Sie erhalten einen Sieg nach dem andern / das man sehen mus / der rechte Gott sey zu Zion. Wil so viel sagen / Ir erbeit und vleis werde nützlich sein / von statten gehen / und viel frucht schaffen / und sie wider den Teufel und alle ire Feinde siegen / welchs ja ein herrlicher Segen und gross trost ist fromen Lerern.