Andacht 9.7.2017

Herr, mein Gott, wie bist Du so groß und wunderbar! Kein Verstand kann Dich verstehen. Keine Vernunft kann Dich vernehmen. Kein Begriff kann Dich begreifen. Kein Gedanke kann Dich durchdenken. Ewiger, Unendlicher, Allgenugsamer, Du bist dem Gemächte aus Staub, Du bist dem Geschöpfe von gestern zu wunderbar und zu hoch! Du Seliger, Du Gewaltiger, Du König aller Könige, Namen nennen Dich nicht, und Lieder singen Dich nicht! Licht ist das Kleid, das Du anhast. Der Himmel ist Dein Thron, die Erde ist Dein Schemel, die Wolken sind Dein Wagen, der Donner ist Deine Stimme, der Blitz ist Deine flammende Rechte, jeder Stern ist ein Auge Deiner Allwissenheit. Herr, mein Gott, wie bist Du so groß und wunderbar! Wie redest Du aus der Schöpfung und Natur zu uns, also daß wir keine Entschuldigung haben! Und doch haben die Heiden Dich nicht erkannt, noch Dich als ihren Gott gepriesen und gedankt, und Du hast sie dahingeben müssen aus gerechtem Gerichte in ihrer Herzen schändliche Gelüste. Habe Dank, daß Du mir mehr gegeben hast als den armen Heiden, daß ich die Klarheit Deines Evangelii besitze, um Dich nicht nur als meinen Gott und Schöpfer, sondern auch als meinen Vater in Christo zu erkennen und zu lieben, und durch den Glauben an Deinen Sohn gerecht und selig zu werden. Ich bezeuge, daß ich in diesem Glauben leben und sterben will, und von ganzem Herzen umfasse ich die Gnade, welche Christus mir bereitet hat, damit alle meine Sünden in dem Verdienste seines Todes und Leidens begraben werden. Möge sie immer reicher mir zu Theil werden! Möge ich durch sie einst bestehen vor dem Richterstuhl und Christi Bild dann an mir tragen! Möge Erde und Himmel es sehen, wie abgewaschen, wie geheiligt, wie gereinigt, wie selig ich geworden bin im Blute Jesu Christi! Amen.

(Römer 1)