Andacht 12.7.2017

Galater 1.

Paulus rühmt die Göttlichkeit des von ihm verkündigten Evangeliums im Gegensatze gegen die Lehre der in den Gemeinden Galatiens aufgetretenen Irrlehrer, welche neben Christo zur Erlangung der Seligkeit auch die Beschneidung und mit ihr die Verpflichtung zum jüdischen Gesetz als durchaus nothwendig lehrten, und sich dabei wahrscheinlich auf einige Apostel in Jerusalem, namentlich auf Petrus fälschlich beriefen, um dadurch den Apostel Paulus und seine Predigt herabzusetzen. Paulus erklärt dabei unter anderm: „Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht.“ Ein mächtiges Wort; aber freilich nicht nach dem Geschmack der Menge. Es erschreckt heilsam die Sichern, es entzaubert die Irregeleiteten und Verblendeten, es verhilft zu richtigerem Urtheil den in Vorurtheil Befangenen, es befestigt die Zweifelnden und stählt die Gläubigen im Glauben. Wir sehen daraus, daß es Paulo nicht gleichgültig ist, ob und was ein Mensch glaubt; er verwirft jeden Indifferentismus in Glaubenssachen; er bestreitet es geradezu, was so Viele heut zu Tage sagen und lehren: „es gebe keine sichere Wahrheit; der Eine denke dies, der Andere das; wer behaupte, sie zu besitzen, sei ein hochmüthiger Schwärmer; man müsse daher sich gegenseitig dulden, und nur darauf achten, ob jemand rechtschaffen handle;“ und behauptet: „es gebe eine gewisse Wahrheit in der göttlichen Offenbarung, und diese Wahrheit habe er, die einzige, untrügliche, ganze, und wer die nicht annehme, wer Anderes denke und lehre, der sei verflucht!“ Gewiß, das ist klar gesprochen und entscheidend. Ist Pauli Wort Gottes Wort, so ist ebenfalls klar, was ich zu thun und zu glauben habe. Weg mit allen Menschensatzungen und Irrlehren! Weg mit dem ungläubigen Zeitgeiste und seinen Empörungen gegen das Wort des lebendigen Gottes! An Dich, Herr, allein glaube ich und Dein Wort ist meiner Füße Leuchte und ein Licht auf allen meinen Wegen. Amen.