Andacht 15.7.2017

Kein Mensch wird durch des Gesetzes Werk gerecht.
Gal. 2,16

Viele wollen in eigener Gerechtigkeit selig werden. Sie tun die Werke des Gesetzes. Singen, beten, Predigt anhören, Andachtsbücher lesen, Almosen geben, das alles gilt ihnen als ein verdienstliches Werk; Gott wollen sie damit gefallen. Die groben Ausbrüche der Sünde suchen sie möglichst zu verhüten; dass sie aber dennoch unter der Herrschaft der Sünde stehen, das wird ihnen bisweilen gewiss. Die einen hoffen in den Himmel zu kommen, weil sie, wie sie sagen, nichts Schlechtes getan haben; die andern aber haben einige Erkenntnis der Sünde, suchen jedoch vergeblich davon loszukommen, weil sie Gottes Wege nicht kennen.

Du kannst wohl dies und jenes ablegen, dich bessern, – ein Schuldner und ein Unglücklicher aber bleibst du doch. Und steigerst du auch deine Kräfte, trachtest du danach, als ein Heiliger zu leben, so bleibt dir doch das dich verklagende Gewissen, und das, was du erjagen möchtest, der Friede mit Gott, flieht von dir. Falschen Hoffnungen gibst du dich hin, wenn du dir sagst: „Christus wird das Fehlende mir noch ergänzen.“ Betrüge dich nicht selbst! So etwas hat der Herr nicht versprochen. Gott bezeichnet vielmehr alle deine Gerechtigkeit als „ein unflätiges Gewand“. Hieran will der Herr nicht flicken. Es ist unwidersprechlich gewiss, du gehst in der Irre, solange du die Himmelshoffnung auf deine eigene Gerechtigkeit gründest. Lass ab von deinem Wege und hör auf das, was ich dir jetzt zu sagen habe: der wahre und einzige Weg ist allein „der Glaube an den, der den Gottlosen gerecht macht“.