Andacht 25.7.2017

Kol. 1, 9:“ daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand.

Es beglückt uns schon, wenn wir auf einem Gebiet, in einer Zweifelsfrage, in einer Schwierigkeit Gottes Willen klar erkannt haben und sich nachher herausstellte, daß da ein Stück wahrhaft geistlicher Weisheit und Verständnis bei uns gewesen ist. Aber daß das in jedem Fall so sein könnte, daß wir von solcher Begabung erfüllt würden – so kühn wie hier der Apostel bittet – wagen wir kaum zu glauben und zu bitten. Dabei kommen wir uns noch so brav, so nüchtern, so besonnen bei dieser falschen Bescheidenheit vor und ahnen nicht, daß dabei ein hartes Urteil über uns tönen könnte: „Ihr kriegt nichts, weil ihr nicht bittet.“ Ist es wirklich Bescheidenheit oder Unglauben, die „den Meister nicht bemühen“ will, oder ist es eine große Ration Eigenwillen, die erst selbstklug alle seine eigenen Wege ausprobiert, ehe er ganz bankerott die Hilfe von oben in Anspruch nimmt? Zur völligen Geistesleitung in allen Fragen, die über den natürlichen Verstand hinausgehen, gehören „eitel gläubige Herzen“, Menschen, die mit dem auf Jesum Hingeworfensein auch wirklich Ernst machen und ganz echte Bereitschaft, dem erhaltenen Winke auch wirklich zu gehorchen. Geisteswinke verpflichten; sie setzen Verantwortlichkeit voraus.

Herr Jesus, vergib uns unsere freiwillige Armut. Das war eine sündliche Torheit, daß wir deine Fülle nicht in Anspruch nahmen. Leite du uns und erfülle du uns mit deinem Geist! Amen.