Andacht 3.8.2017

Ein Wort geredet zu seiner Zeit, ist wie goldene Aepfel in silbernen Schalen. So heißt es Spr. Salom. 25,11. Ein solches Wort zu seiner Zeit, lieblich wie goldene Aepfel in silbernen Schalen, stehet für die Jugend geschrieben Spr. Sal. 8, 17: „Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.“ Hier redet die wesentliche Weisheit, die gerechtfertigt wird von ihren Kindern, daß sie Heil und Leben bringe allen, die ihr kindlich gehorchen. Es ist ein großer Segen für Kindheit und Jugend, wenn die Eltern in den Fußstapfen des Glaubens Abrahams wandeln, zu befehlen ihren Kindern und ihrem Hause, daß sie des Herrn Wege halten, und thun, was recht und gut ist (1 Mos. 18, 19.). Des Herrn Gerechtigkeit währet auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun (Ps. 103, 18.). Der ungefärbte Glaube eines Timotheus hat zuvor gewohnet in seiner Großmutter Loide und in seiner Mutter Eunike (2 Tim. 1, 5.). Diese sind ihm Gehülfen des Glaubens und der Seligkeit gewesen, weil sie ihn die heilige Schrift wissen ließen (2 Tim. 3, 15.) und also, mit Lehre und Leben vorangehend, ihn erweckten, den Herrn zu lieben und ihn frühe zu suchen. – Aber wie groß auch der Segen frommer Eltern ist, es liebt der Herr die Kinder, die ihn lieben, und läßt sich von denen finden, die ihn frühe suchen. Darum gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend. Laß dich sein Wort unterweisen zur Seligkeit. Befleißige dich in der Wahrheit zu wandeln. Wenn dich die bösen Buben locken wollen, so folge ihnen nicht. Bitte Gott um ein weises und verständiges Herz. Habe Gott vor Augen und im Herzen und hüte dich, daß du in keine Sünde willigest, noch thuest wider Gottes Gebot. Denke nicht, wie die Leichtsinnigen: „Jugend hat keine Tugend.“ Das reimt, sich wohl, aber nicht mit Gottes Wort. Nimm dir einen Joseph zum Exempel, der in der Stunde der Versuchung sprach: „Wie sollte ich ein so großes Uebel thun, und wider Gott sündigen?“ Verlebe deine Jugend also, daß du einst mit David sagen kannst: „Du bist meine Zuversicht, Herr, Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an. Gott, du hast mich von Jugend auf gelehret; darum verkündige ich deine Wunder“ (Ps. 71, 5 und 17.). Halte dich nach Anweisung der Frage und Antwort Ps. 119, 9: „Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.“ Auf dieser Spur suche Gott frühe, so wirst du ihn finden, und in ihm mehr, viel mehr, als du anfänglich in ihm suchtest. Ich kenne einen Menschen vor vielen Jahren, der suchte Gott frühe mit Gebet und Forschen in der heiligen Schrift. Und er fand ihn, zuerst als den treuen Schöpfer, Erhalter und Regierer des Lebens, wie er ihn zur Zeit bedurfte; dann, als die Sünde in ihm mächtig wurde, fand er ihn als seinen Erlöser und Heiland, und findet in ihm immer mehr, daß wohl eine Ewigkeit dazu gehören wird, um zur Erkenntniß und Erfahrung all des Guten zu kommen, das ein armes Menschenherz je gefunden hat in seinem Gott. – Kindlein, bete ein jedes: „Herr, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken; frühe will ich aufwachen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebelang.“ Amen.