Gebet 5.8.2017

Mein allerliebster Gott, ich danke dir von Herzen, daß du gewollt hast, daß ich auf Erden soll arm und ein Bettler seyn, kann derhalben weder Haus, Aecker, liegende Gründe, Geld noch Gut meinem Weib und Söhnlein nach mir lassen. Wie du sie mir gegeben hast, so bescheide ich sie dir wieder. Du reicher, treuer Gott, ernähre sie, lehre sie, erhalte sie, wie du mich bisher ernähret, gelehret und erhalten hast, o Vater der Waisen, und Richter der Wittwen.

O mein lieber Herr Jesu Christe, der du gesprochen hast: Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgethan: laut dieser deiner Verheißung gieb mir Herr, der ich bitte, nicht Gold noch Silber, sondern einen starken, festen Glauben. Laß mich finden, der ich suche, nicht Lust oder Freude der Welt, sondern Trost und Erquickung durch dein selig heilsam Wort. Thue mir auf, der ich anklopfe. Nichts begehre ich, das die Welt groß achtet; denn ich bin sein vor dir nicht um ein Haar breit gebessert; sondern deinen heiligen Geist gieb mir, der mein Herz erleuchte, mich in meiner Angst und Noch stärke und tröste, in rechtem Glauben und Vertrauen auf deine Gnade erhalte bis an mein Ende. Amen. – O mein allerliebster Gott und Vater, du hast mir viel edler, theurer Gaben gegeben vor viel andern tausenden: wäre es dein Wille, ich wollte gerne noch zu Lob und Preis deines heiligen Namens, zu Nutz und Trost deiner kleinen Heerde brauchen. Aber dein göttlicher, väterlicher Wille geschehe, allein, daß dein Name durch mich, ich lebe oder sterbe, geehret werde. Amen.