Andacht 26.8.2017

Die Kriegsknechte fragten auch Johannem den Teuffer / und sprachen / Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu inen / Thut niemand gewalt noch unrecht / Und lasset euch benügen an ewrem Solde.

IN dem Johannes die Kriegsknechte unterricht / wie sie sich halten sollen / zeigt er mit an / das ir Beruff und Stand recht / und von Gott gestifft und geordnet sey. Und wenn sie solchem nachkomen / nemlich / Niemand gewalt noch unrecht thun / und sich an irem Solde benügen lassen / gefellet Gott solcher gehorsam / und belohnet in zeitlich in diesem Leben etc.

Zu dem können die Kriegsleute auch wol Christen sein / selig werden / und das ewige Leben ererben / So sie an Christum Gottes Son gleuben / und den Vater in seinem Namen anruffen / Wie Joh. iii. geschrieben stehet / Wer an den Son gleubet / der hat das ewige Leben.

Ein solcher Krieger war Cornelius / der Römische Heubtman im Jüdischenlande / sampt seinen Kriegsknechten / die unter im waren. Liese Act. x. da findestu / wie er ein Gottseliger und Gottfürchtiger Man gewest sey / sampt seinem gantzen Hause / der dem Volck viel Almosen gegeben / und imer zu Gott gebetet habe.

Dieser Cornelius sampt seinen Verwandten und Freunden / waren die ersten unter den Heiden / die Christen und getaufft wurden / nach Christus himelfart / und empfiengen den heiligen Geist / mit mancherley sprachen / nicht geringer denn die Apostel am Pfingstage / und blieben doch gleichwol Krieger.

Der gleichen Gottselige Krieger sind gewest vor zeiten im volck Israel / Moses / Josua / Gideon / Jephthah / Simson / David etc. Die ire Feinde erstlich mit gebet / darnach mit dem schwert angrieffen / und durch den glauben in die flucht geschlagen und uberwunden haben / Ebre. xi.

DIesen kurtzen bericht / sollen die itzigen Krieger wissen. Das sie nicht gedencken / Ich bin ein Landsknecht / Darumb mus ich ein wüst / wild LEben füren / imer voll und toll sein / Gott lestern / bey seinen Wunden / Sacramenten etc. fluchen / imer balgen / hawen und stechen / meins gefallens unzucht treiben / den Leuten gewalt und unrecht thun etc.

Wiltu da hin aus / Bruder Veit / So ringstu selbs mutwilliglich darnach / das du vor der zeit erstochen / oder sonst jemerlich umbkompst / und zum Teufel in abgrund der Hellen farest / Der wird dir mit dem ewigen Tod und hellischem Fewer / weil du im so trewlich gedienet hast / lohnen / Da hastus denn wol ausgericht.

Nicht so / mein Bruder / las dir lieber sagen / Dencke / das du sterblich / und deins Lebens kein augenblick sicher / bist. Darumb sihe zu / das du nicht allein ein Krieger / sondern auch ein Christ seiest / An Christum / der sich selbs fur dich gegeben hat / gleubest / sein Wort vleissig hörest / lernest / liebest und behaltest / mit gleubigem hertzen in anruffest / und also ein gut Gewissen habest.

Und wenns zum treffen kompt / das du dem Feinde unter augen solt gehen / So folge dem Exempel der gottseligen Krieger / da von kurtz oben gemelt / Greiff beide mit gebet und faust die Feinde an / und beweise denn da auffs beste deine Manheit / So bistu ein Krieger / lobs und ehren werd.