Gebete 27.8.2017

Herr, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben. Bewahre mich, o Gott, vor dieser Sicherheit, die niemals an das Ende denkt, und lass mich jeden Tag betrachten als ein Gnadengeschenk von dir, zur Vorbereitung auf den letzten meiner Tage. Ich weiß ja nicht, wann dieser kommen wird; du könntest mich schnell hinwegnehmen, und was wäre ich vor dir, wenn ich also sicher in meinen Sünden dahinstürbe? Deine Gnade zwar ist groß und bei dir viel Vergebung; wie sollt‘ ich aber mein Ende erst herankommen lassen, und nicht täglich diese Gnade finden? Nein, Herr, so wie ich bitte: Gib mir mein tägliches Brod! so bitte ich dich auch: Vergib mir meine Schuld! Führe mich in einem christlichen Wandel dem Ziele meiner Tage zu, im festen Glauben an die tröstlichen Verheißungen, die du durch Jesum Christum auch mir gegeben; und lass mich dann einen zufriedenen Rückblick auf mein vergangenes Leben werfen, den der Schmerz eines bösen Gewissens nicht trübt. Aber auch den bitteren Kelch eines langen körperlichen Leidens lass an mir vorüber gehen, wenn es möglich ist. Doch dein Wille geschehe! Rufe wann und wie du willst, ich bin bereit, und will mich immer mehr bereiten. Doch das darf ich wohl bitten, du wollest das Maaß deiner Gnade voll machen,

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt mich nehmen
Durch einen sanften Tod:
Lass, wenn du mich genommen,
Mich in den Himmel kommen,
Du, unser Herr und unser Gott.

Amen.