Andacht 10.9.2017

In diesem Briefe (3. Johannes) empfiehlt Johannes der Gastfreiheit eines christlichen Freundes, Namens Gajus, (ein damals häufig vorkommender Name!) Boten des Evangeliums, die unter die Heiden ausgegangen waren. Er ist ein rechter Missionsbrief; wahrscheinlich zugleich ein Empfehlungsschreiben für Demetrius, einen der ausgezeichnetsten Missionare, der das Schreiben an Gajus überbrachte, weil Diotrephes solche Missionare nicht annahm von Johannes. Der Hauptzweck des Briefes ist: in der Uebung thätiger Liebe für die Missionssache zu stärken, indem er über das im rechten Sinn bereits dafür Geschehene seine Freude bezeugt (V. 1-6), darauf ermuntert, so fortzufahren (V. 6-8.) vor dem Gegentheil durch das Beispiel des Diotrephes warnt (V. 9-11.), den Demetrius für solche Liebe empfiehlt (V. 12) und die Gemeinschaft der Liebe nachdrücklich hervorhebt (V. 13-15.) Es ist also der Christen Aufgabe, das Christenthum unter die Heiden zu bringen. So ist erst in den einzelnen Ländern, Syrien, Kleinasien, Griechenland, Italien, dann in dem Welttheile Europa, und jetzt auf der ganzen Erde das Evangelium immer sprungweise in immer weiteren Sprüngen aus christlichen Gemeinden unter die nichtchristlichen Völker gebracht. In der Wüste der Heidenwelt waren die christlichen Gemeinden Oasen, von denen dann wieder mitten in der heidnischen Wüste neue christliche Oasen entstanden. Nicht wie ein Baum seinem Stamme Jahresring um Jahresring zuwächst, sondern wie eine samenreiche Pflanze auf den Flügeln des Windes vom Himmel sich aussäet in größere und kleinere Fernen oder Nähen, hat das Christenthum sich verbreitet. Und Unterstützung der Missionare ist Hülfe, die wir der Wahrheit selbst erzeigen. Der Erfolg ist der gewesen, daß man zur apostolischen Zeit 10 Millionen Christen zählte, zur Reformationszeit bereits 100 Millionen, jetzt 300 Millionen. O möge das Liebesfeuer Christi immer mehr unsere Herzen aufschließen zum Gebet, unsern Mund zum Predigen, unsere Hand zum Geben und Arbeiten für das Werk des Herrn! Amen.