Andacht 16.9.2017

1. Kor. 1, 9: „Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn.

Wie oft hieß es in meinem und deinem Leben: du warst nicht treu. Wieviel Unterlassung und Versäumnis! Wie wenig entsprach unser Werden und Wachsen der auf uns gewandten Mühe und der gewinnenden Barmherzigkeit Gottes. Denken wir nur den heute durchlebten Tag daraufhin noch einmal durch. Hätten wir da nicht anders reden oder dort nicht liebreicher oder tapferer oder demütiger sein sollen? Je heißer wir uns sehnen, von der eigenen Unvollkommenheit und Untreue loszukommen, desto stärkeren Widerhall müßte es in unserer Seele wachrufen: Dein Gott ist treu! Dieser Ton ist nicht hart, nein, seine Treue wird hier gedacht im Zuge der Barmherzigkeit, daß er uns beruft zur Gemeinschaft Jesu Christi! Wie viel Vergebung, wie viel Freundlichkeit, wie viel Trost und Kraft liegt in dieser Gemeinschaft, und wie mutet uns die Vorstellung an, daß Gott gerade in solchem Liebeswerk nicht ablassen will noch kann, weil er treu ist. Wer das wirklich glaubt, der spürt doch, wie die erregten Wellen der Vorwürfe, Anklagen Stimmungen und Verstimmungen sich legen müssen; denn die Wirkung solcher Gottestreue auf uns heißt Friede.

Herr, unser Gott! Wir bedürfen als letzten Ton, als Schlußakkord, am Ende jedes Tages deines Friedens. Bestätige uns den Bund der Vergebung. Laß die Gemeinschaft mit Jesu lebendig hervortreten und gib uns deinen Frieden. Amen.