Andacht 19.9.2017

Siehe, hie bin ich, und die Kinder, die mir der Herr gegeben hat. Und ist keines von ihnen verloren. Joh. 17, v. 12

Ist etwas, welches frommen Eltern sehr am Herzen liegt, so sind es ihre Kinder. Gewiß, Kinder sind theure Pfänder, welche Gott von der Hand der Eltern fordern wird. Wann nun solches fromme Eltern erwägen, so tragen sie 1) dieselben Gott fleißig im Gebet vor, ehe sie geboren werden, und hernach kommen sie niemals vor Gott, sie bringen ihr Kind mit. Es bitten aber fromme Eltern absonderlich, daß Gott ihren Kindern gebe ein frommes Herz und den heiligen Geist, der sie heilige, regiere und führe, als welches der rechte Grund der Glückseligkeit ist. 2) Es sollen aber Eltern nicht allein für ihre Kinder beten, sondern sie auch in der Furcht Gottes erziehen. Dazu gehört, daß sie ihnen nicht den freien Willen lassen, weil der Kinder Wille von Natur unartig, und Ihr Dichten und Trachten böse ist von Jugend auf; darum sollen sie dieselben unterrichten lassen in der Erkenntniß Gottes, und sie zum Gebet und christlichen Wandel anhalten. 3) Die versäumte Kinderzucht bringt den Eltern schwere Verantwortung vor Gott, indem Gott das Blut der verwahrlosten Kinder von ihnen fordern wird. Sie bringt auch den Eltern Schmach und Schande, indem sie an ihren Kindern keine Ehre, sondern Schande erleben müssen. Nachläßige Eltern bringen sich und ihre Kinder in die Hölle, und haben also mit ihrem Zärteln ihnen keine Wohlthat erwiesen.