Hamelle, Gottfried von - Zitate aus dem Verhör

„Ich glaube an eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die durch den heiligen Geist gesammelt und gegründet ist, die allein Christum für ihr Haupt erkennt, deren treue Diener die Propheten und Apostel gewesen sind. Die römische Kirche aber halte ich nicht für die wahre katholische Kirche, sondern vielmehr für die Schule des Antichrists, in welcher die Schäflein Christi nicht allein mit der heilsamen Weide göttlichen Wortes nicht geweidet, sondern noch dazu von greulichen Wölfen zerrissen und mit allerlei schädlichen Irrtümern und teuflischen Lehren gespeist werden.“

„Was eure Messe anlangt, so glaube ich, daß sie von Menschen erfunden sei zu großer Schmach des Herrn Jesu Christi, indem man das Volk lehrt, ein Stücklein Brot anzubeten, so man ihn doch zur Rechten seines Vaters suchen und anbeten soll.“

„Solche Menschensatzungen sind zur Beschwerung des Volks erdacht worden, und steht nichts davon in der heiligen Schrift. Es gibt aber eine andere Weise, des Fleisches Lust zu dämpfen und zu töten, nämlich stetige Nüchternheit. Das Leben eines frommen Christen ist nichts anderes, denn ein stetiges Fasten, nicht, daß wir des Tages nur einmal essen, sondern daß wir uns unser ganzes Leben hindurch der Nüchternheit und Mäßigkeit befleißigen.“

„Ich weiß von keinem andern Fegefeuer, denn von dem Blute Jesu Christi, des Sohnes Gottes, und glaube festiglich, daß er durch sein einiges Opfer am Kreuz eine ewige Erlösung und Reinigung unserer Sünden erworben hat. Auch glaube ich unbezweifelt, daß, wenn sich der Sünder von seinem gottlosen Wesen zu Gott, dem Herrn, bekehrt, ihm seine Sünden nicht halb, sondern ganz und gar vergeben seien.“

Gottfried von Hamelle im Verhör

Quelle: Fliedner, Theodor - Buch der Märtyrer

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